Ich sitze in unserem Klassenraum. Mein Blick starr gegen die Tür gerichtet. Leute stürmen hinein, der Raum füllt sich. Du bist nirgends zu entdecken. Schließlich schließt die Lehrerin die Tür. Immernoch keine Spur von dir. C erklärt, du seist krank. Gestern gings dir doch noch so gut. Du bist mutiviert durch die Gegend gelaufen, allzeit mit einem Grinsen auf den Lippen. Was hast du? Niemand weiß es. Okay, dann werde ich den Tag ohne deine Blicke verbringen müssen. Ist vielleicht gut so. Ich konzentriere mich ja die ganze Zeit auf nichts Anderes. Einfach mal deine Abwesenheit ausnutzen und versuchen, dem Unterricht zu folgen. Aber es geht nicht. Meine Gedanken schweifen immer wieder zu dir. Ich möchte wissen, was du hast, wie es dir geht und vorallem was denkst du gerade? Sicher nicht an mich. Maan, Junge, ich muss dich vergessen, verdammt. So kann es doch nicht weitergehen. Ich bin überhaupt nicht mehr bei der Sache. Alles dreht sich um dich. Ich muss wenigstens aufhören, so oft an dich zu denken. Ich muss mich ablenken, mit anderem Zeug beschäftigen, irgendwas. Ich muss mir doch nicht selbst unnötig das Leben schwer machen. Okay.
Themenwechsel.
Aleyna.
Wir stehen da. Mitten im Feld, genießen dieses wundervolle Wetter. Weiter hinten ziehen dunkle Wolken auf. Bedenklich sehen wir in diese Richtung, sie rücken näher und wir machen uns allmählich auf den Heimweg. Wir kommen gerade an unserem Haus an, als plötzlich ein markerschütterndes Donnern ertönt. Augenblicklich gießt es Wasser vom Himmel. Wir könnten reingehen, tun es aber nicht. Wir bleiben regungslos stehen. Lassen das Wasser auf uns niederplätschern. In Sekundenschnelle sind wir vollkommen durchnässt. Wassertropfen rinnen unser Gesicht hinab, die Haare glatt und nass über den Schultern hängend, die Klamotten eng am Körper klebend und die Augen geschlossen. Das Gesicht dem Himmel emporgeregt und die Arme weit ausgestreckt. Genießend. Zu zweit stehen wir da. Sie und ich. Stumm, im Regen. Der Regen wird härter und nun kommen wir zur Vernunft. Wir stellen uns unter. Lassen uns Handtücher bringen. Wickeln sie um unseren Körper und bleiben geschützt von einem Glasdach draußen stehen. Es ist noch warm. Wir sehen zu, wie die einzelnen Tropfen sich in Hagel verwandeln. Lange stehen wir so da-
und genau das sind diese Momente, die das Leben lebenswert machen. Diese Glücksgefühle, in denen man einfach alles genießt. Wo man alles vergisst und einfach nur regungslos auf ein Anblick fixiert ist.
Kennt ihr das?

ein schöner text :)
AntwortenLöschenWunderschön geschrieben. (:
AntwortenLöschenWow. Ich bin sprachlos. Besser hätte ich es nicht treffen können. Ja, es sind genau diese Momente, die das Leben lebenswert machen. Und das bezeiht sich nicht nur auf den zweiten Text. Ich meine auch den ersten.
AntwortenLöschenTraumtänzerin
wundervolle bilder auf dem blog ♥
AntwortenLöschenLieben Gruß ☺